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Nordrhein-Westfalen – Kirmes-Paradies zwischen Rhein und Weser

Jahrmärkte, Volksfeste und Kirmessen bilden seit jeher die Höhepunkte im Leben von Städten und Gemeinden. Besonders das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen hat viele dieser Höhepunkte zu bieten, denn sieben der ersten elf besucherstärksten Volksfeste Deutschlands finden zwischen Rhein, Weser und Ruhr statt.

Kirmes, Jahrmarkt, Volksfest

Ob Allerheiligenkirmes in Soest, Libori in Paderborn oder die Cranger Kirmes in Herne – Alle Märkte und Feste haben eine jahrhundertealte Tradition und prägen das Leben in den Orten, in denen sie stattfinden. Immerhin waren die Feste und Märkte zumeist die einzigen Großveranstaltungen, die die Bevölkerung einmal jährlich erlebten. Mit ihnen verbunden war meist das internationale Flair, den internationale Händler mit auf die Märkte brachten. Die Anfänge dieser Märkte bildeten in erster Linie kirchliche Feste. So ist die neuntägige Paderborner Liborikirmes auf das Eintreffen der Reliquien des heiligen Liborius bis ins Jahr 836 zurückzuführen. Mit seinen nahezu 1,6 Millionen Besuchern zählt dieses Volksfest zu den größten und ältesten im deutschen Sprachraum. Aber auch die großen Märkte im Mittelalter, die eher mit dem Handel ohne eindeutige kirchliche Handlungen einmal jährlich stattfanden, bilden die Wurzeln des heutigen Kirmestreibens.

Es „rummelt“ vor allem im Sommer

Eingefleischte Kirmesfans kommen in Nordrhein-Westfalen insbesondere im Sommer auf ihre Kosten. Den Anfang der Kirmessaison bildet die Sterkrader Fronleichnamskirmes im gleichnamigen Oberhausener Stadtteil. Sie beginnt am Mittwoch vor dem kirchlichen Feiertag und endet am folgenden Montag. Während der Juni mit großen Volksfesten pausiert, reichen sich ab Ende Juli die Besuchermagnete die Hand. Die in der dritten Juliwoche stattfindende „Größte Kirmes am Rhein“ in Düsseldorf wird nahezu nahtlos von Libori in Paderborn und der Cranger Kirmes in Herne Anfang August abgelöst. Letztere wird während ihrer zehn Veranstaltungstage durchschnittlich von 470.000 Besuchern täglich frequentiert und läuft so, zumindest statistisch, selbst dem Münchener Oktoberfest mit seinen 365.000 Besuchern den ersten Rang ab. Während die Neusser Schützenbruderschaft ihr Schützenfest am letzten Augustwochenende mit einer Kirmes verbindet und neben Hannover als größtes Schützenfest Europas gilt, endet die Kirmessaison der Superlative im September auf dem Bonner „Pützchens Markt“ nur vorläufig. Anfang November schließt das nordrhein-westfälische Kirmesjahr mit der Soester Allerheiligenkirmes, die lange Zeit als größte Innenstadtkirmes Europas galt.

Fahrgeschäfte, Budenzauber, Mandelduft

Wem das bunte Spektakel aus Lichtern, Musik und vielen Menschen gefällt, der ist in Nordrhein-Westfalen und seinen Jahrmarkts-Hochburgen bestens aufgehoben. Auch wenn man im weltweiten Ausland gerne nur das Oktoberfest in der bayrischen Hauptstadt fokussiert, bietet die Gegend zwischen Rhein und Weser so manches Feuerwerk an Fahrtvergnügen und Zuckerwatte auf traditionsreichen Volksfesten, die alle für sich ihresgleichen suchen.

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